2025 INK Atelier

Unter die Lupe genommen: INK erklärt ihre filigrane Kunstfertigkeit

Vier Stunden voller Kunst, Leben, Freude und Genuss

Enge Verbindungen zwischen der Künstlerin INK und dem Förderkreis Hospiz

Alle Vorstandsmitglieder des Förderkreises Hospiz Kinzigtal betonen immer wieder, wieviel Freude sie an ihrer ehrenamtlichen Arbeit für das St. Elisabeth Hospiz Kinzigtal in Gelnhausen haben – keine Lippenbekenntnisse, sondern tief empfunden mit großer Dankbarkeit und Demut. Sie alle verbindet eines der schönsten und sinnvollsten Ehrenämter, die man sich vorstellen kann. Und niemand mag verhehlen, dass man sich auch sehr freut über die außerordentliche Anerkennung ihrer Arbeit: „Man gibt etwas an Zeit und Arbeit, aber man bekommt ein Vielfaches von vielen Seiten zurück.“

Besonders bei Spendenübergaben – ob nun verbunden mit einer Führung durch das Hospiz oder mit einem Besuch bei den jeweiligen Spendern – zeigt sich die überwältigende gesellschaftliche Solidarität mit der Arbeit des Förderkreises. Eine der jüngsten Spendenübergaben wurde nun zu einem ganz besonderen Erlebnis: Die Künstlerin INK Sonntag-Ramirez Ponce hatte Ende November im Rahmen einer Spendenübergabe in ihr Atelier in Jossgrund-Oberndorf eingeladen.

„Ich freue mich sehr auf Ihr Kommen morgen! Die Vorbereitungen sind im vollen Gange, der Weißwein ist kalt gelegt, der Rote temperiert. Auch ein spanisches Bier wartet auf Sie nebst einigen spanischen Tapas. Also bitte hungrig und durstig kommen“, schrieb die Künstlerin am Vorabend. Die Ehepaare Heggen, Hieret, Knoll und Schaal machten sich an einem frostigen Novemberabend auf den Weg – gespannt, neugierig, voller Vorfreude. Um es vorwegzunehmen: Selbst die höchsten Erwartungen wurden himmelhoch übertroffen.

Die dank ihrer einzigartigen Kunstfertigkeit im Umgang mit Bleistiften international hoch anerkannte und prämierte Künstlerin INK ist im Vorstand des Förderkreises seit der Einweihung des Hospizes im Jahr 2017 bestens bekannt. Schon 2019 hatte INK in allen drei Stockwerken des altehrwürdigen Sandsteingebäudes in der Gelnhäuser Holzgasse 23 eine große Ausstellung einer Auswahl ihrer Werke unter dem Titel „Erinnerungen“ arrangiert. Viele Gäste und Besucher des Hospizes zeigten sich in den sechs Monaten der Ausstellung von den Kunstwerken überaus beeindruckt. „Ich habe besondere Kunst gesehen, eine besondere Künstlerin kennengelernt und ganz nebenbei jede Berührungsangst vor diesem Ort verloren,“ schrieb eine Besucherin..
Im selben Zeitraum übernahm auch INKs kleine Heimatgemeinde Jossgrund mit rund 3.500 Einwohnern in den Ortsteilen Burgjoss, Oberndorf, Pfaffenhausen, Lettgenbrunn und dem Weiler Villbach eine Zimmer-Patenschaft im Hospiz. Bürgermeister Rainer Schreiber und der Erste Beigeordnete Gerhard Kleespies kamen zur Übernahme der Patenschaftsurkunde ins Hospiz – natürlich begleitet von INK Sonntag-Ramirez Ponce…

Der Förderkreis Hospiz schätzte sich ein Jahr später mehr als glücklich, ausgerechnet die Künstlerin als 500. Mitglied begrüßen zu können. Für den Blumenstrauß des Vorstands bedankte sich INK mit der Übergabe eines Fine-Art Drucks (limitiert, signiert, datiert) ihres ersten Porträts mit dem Titel „Ende“. Das Bild zeigt das Gesicht einer alten Frau und ihre abgearbeiteten Hände. „Es ist im Hospiz genau am richtigen Ort und gewinnt hier noch an Aussagekraft“, betonte INK, „ein Ort, der mit so viel Zuwendung, Würde und positiver Energie gefüllt ist, ein Ort, an dem Zuneigung und Achtsamkeit mit Leidenschaft verschenkt werden. Diese Leidenschaft verbindet mich mit Menschen, die helfen, die Einrichtung zu tragen.“

Das Bild im Flur gegenüber dem Ausgang zur Dachterrasse des Hospizes haben seitdem viele Gäste und Besucher des Hospizes betrachtetet, bewundert und bestaunt. Und kaum jemand konnte auf Anhieb glauben, dass es sich bei dem Kunstwerk tatsächlich um eine Zeichnung und nicht um ein Foto handelt. Eine große Lupe hilft, die unfassbar filigrane Arbeit der Künstlerin zu verifizieren – und auch die im Bild versteckte kleine INK-Signatur. Jedes Bild steht für viele hundert Stunden hochkonzentrierter künstlerischer Arbeit.

Die Vorstandsmitglieder des Förderkreises erlebten ihr 500. Mitglied im Hospiz stets als sehr zugewandt und empathisch, bescheiden und eher zurückhaltend. Umso überraschter waren sie, als sie nun aus der kalten Novembernacht in das Atelier in einer alten Oberndorfer Fabrik kamen. Mit einem fröhlich-lockeren „kommt rein, ich habe schon geheizt“, wurden sie begrüßt, und auch ohne Heizung hätte wohl schon diese strahlende Herzlichkeit der bestens gelaunten Gastgeberin die Herzen der leicht verfrorenen Gäste erwärmt. Es war der Beginn eines wunderbaren Abends.
„Das ging ja weit, weit über eine Atelierführung hinaus“, schrieb später Gregor Schaal in einer Dankes-Mail an INK. „Es gibt Künstler, die ihre Werke bewusst nicht kommentieren, sondern die Bildinterpretation dem jeweiligen Betrachter überlassen. Du aber hast uns nicht nur die individuellen Geschichten hinter Deinen Bildern in beeindruckender Weise erzählt, sondern darüber hinaus auch detaillierte Einblicke in die Geschichte der Fabrik, in Deine persönliche Familiengeschichte, in Deine Arbeitsweise und Deine Berufung gegeben. Und als ob das alles nicht schon 24 von maximal 12 möglichen Punkten gewesen wären, hast Du zudem noch ein fantastisches Essen für alle gezaubert, mit tollem Wein und königlichem Sherry, den normale Menschen im Laden nicht kaufen können. Das war keine Atelierführung sondern ein unvergessliches, sprichwörtlich einmaliges Erlebnis!“ 

Über den Hintergrund ihrer Spende an den Förderkreis hat die Journalistin Sabine Graf in dem oben stehenden GNZ-Artikel vom 4. Dezember sehr einfühlsam berichtet. Die Übergabe des Schecks war ein bewegender Moment, aber weniger wegen des stolzen Betrags (1.500 Euro) als wegen des Motivs, das INK vor den Gästen enthüllte: „Das 85 mal 120 Zentimeter große Kunstwerk zeigt ihre 96-jährige Großmutter, mit geschlossenen Augen, zwei Wochen ihrem letzten Einschlafen. Mit unzähligen Runzeln und einem zarten Lächeln im Gesicht setzt sich die Bleistiftzeichnung auf Papier aus zahlreichen Fotos und den Erinnerungen der Künstlerin zusammen. Erst ein Jahr nach dem Tod ihrer Großmutter war INK in der Lage, mit der Zeichnung des Blicks in die Ewigkeit zu beginnen“, schreibt Sabine Graf.

Auf der sehr empfehlenswerten Homepage von INK Sonntag-Ramirez Ponce (ink-malerei.de) ist unter anderem zu lesen: „Die besondere Qualität der Kunst von INK wurde bereits durch eine Reihe von Auszeichnungen und den Erfolg vieler Projekte sowie Ausstellungen bestätigt. Die einzigartigen Kunstwerke waren bereits Thema in TV, Hörfunk sowie Printmedien und fanden zudem Verwendung in verschiedenster Literatur.“ Aber selbst die beste Homepage kann nicht wiedergeben, was die Künstlerin an diesem unglaublich inspirierenden Abend in ihrem Atelier ausstrahlt – eine alles und alle mitreißende Wärme und Leidenschaft, Gespräche tiefgründig und humorvoll zugleich, ausführliche und auch launige Antworten auf alle Fragen ihrer acht Besucher, eine überwältigende Gastfreundschaft und ein schier grenzenloses Temperament, das man in ihrer zweiten Heimat Andalusien verorten könnte, aus der auch ihr Mann stammt. Sie verhehlt auch nicht den Stolz auf ihre Familie, auf Sohn und Tochter, die in ganz anderen Berufen erfolgreich sind.

INK erzählt auch sehr anschaulich von der sehr wechselvollen Geschichte der Oberndorfer Fabrik, in deren Erdgeschoss sie sich ihr weitläufiges Atelier eingerichtet hat, wo nun viel mehr als zahlreiche ihrer Kunstwerke mit den unterschiedlichsten Motiven zu sehen sind. Es gibt hunderte, vielleicht sogar tausende von Bleistiften aller Art und Härten, Bleistiftstummel sind zu kleinen Exponaten zusammengestellt, Bataillone von Bleistiftspitzern, manche viele Jahrzehnte alt, in Gläsern gesammelte Bleistift-Späne und noch vieles mehr, was die auch mit 59 Jahren noch fast pausenlos kreativ tätige Künstlerin für ihre Arbeit braucht: Papier, Rahmen, Staffeleien, Werkbänke, Produktionstische.

Vier Stunden im Atelier sind an den Besuchern geradezu vorbeigeflogen, vier Stunden voller Kunst, Leben, Fröhlichkeit und Genuss. Sehr herzliche, lange Umarmungen von INK zum Abschied und nochmals Dank für den Besuch und speziell für das Engagement der Gäste in der Hospizarbeit – „das ist doch viel bedeutender und wichtiger als all das hier“.

Rolf Heggen

Zeichnung der Kuenstlerin INK ENDE

Kein Foto, sondern die Bleistift-Zeichnung der international renommierten Künstlerin INK, die sie dem Hospiz in Gelnhausen anlässlich ihres Beitritts in den Förderkreis Hospiz Kinzigtal geschenkt hat